Weihnachtsgeschenke …

Drei überaus interessante und und meinungsfreudige 2019 erschienene Bücher zum Thema Verkehr und zum Verschenken: Abgefahren als Ergänzung und Vertiefung zu unserer Lesung/Buchvorstellung am 27.11.19. Darin enthalten die Forderungen der „Initiative Rettet die Bahn“. Abgefahren ist auch das Buch von Hans-Jochen Vogel (Jahrgang 1926), der mit Präzision und nüchternen Worten beschreibt, wie das Grundrecht auf Wohnen gegen die Wand gefahren wird. Bezug zum ÖPNV? Nicht bezahlbarer Wohnraum treibt die Menschen aus der Stadt, das erzeugt Verkehr. Die Nähe zu ÖPNV-Haltstellen hat Auswirkungen auf die Miethöhe – das spricht das Buch an. Das Beste: Vogel hat klare, nachvollziehbare Vorschläge und Forderungen, die für die gesamte Republik gelten.

Das dritte Buch befasst sich mit dem motorisierten Individualverkehr (MIV) und der vermeintlichen Lösung E-Mobilität. Analytisch, detailliert, mit einer Fülle von Fakten und eindeutigen Schlussfolgerungen.

Die Mitgliedschaft beim VfM als Geschenk?

Schrobenhausen …

… liegt in Bayern und hat 17.000 Einw.. Soeben wurde die Stadt als „fahrradfreundliche Kommune“ ausgezeichnet. In Bayern gibt es eine Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK), die das Radfahren gezielt unterstützt und fördert.

Schrobenhausen hat 2013 ein detailliertes Radwegkonzept verabschiedet und investiert seitdem jedes Jahr 500.000 € gezielt in Maßnahmen (121 sind gelistet), von denen 80% umgesetzt sein sollen.

Georgsmarienhütte ist doppelt so groß und hat kein Radwegekonzept; in das Radwegenetz im LK OS ist GMHütte mittels des Radverkehrsleitsystem (RAVELOS), was weder Radwege schafft noch die schlechte Qualität der Radwege in GMHütte ändert.

Tempo 30 in Stadt und Land

Am 29.11.19 berichtete die NOZ, dass das Land Niedersachsen einen Tempo 30 Versuch in Georgsmarienhütte nicht zulässt und einen auf der Iburger Str. in Osnabrück auf einem kurzen Abschnitt ab 2021 (!) unterstützt. Nebenbei bemerkt, wird damit zugleich sichergestellt, dass es mindestens in den nächsten 2 Jahren keine Busspuren auf der Iburger Str. geben wird.

Der VfM hat dazu nach Befragung der Mitglieder folgende Stellungnahme abgegeben:

Anlässlich der Berichterstattung über die Ablehnung des „Tempo 30 Projekt“ in Georgsmarienhütte und des vom Land genehmigten Tests auf der Iburger Straße in Osnabrück ab 2021 stellt der VfM fest, dass die Zeit der Tempo 30 Versuche, Modelle und Projekte vorbei sein sollte und Tempo 30 in Osnabrück und in den Gemeinden flächendeckend einzuführen ist.

Konkret fordert der VfM die Stadt Georgsmarienhütte auf, Tempo 30 auf allen Gemeindestraßen wie Stadtring, Südring, Graf-von-Galen-Straße, auf der Insel u. ä. einzuführen. Diese Straßen unter Hoheit der Stadt sind z. T. innerörtliche Rennstrecken und zugleich Schulwege wie Stadt- und Südring, auf denen höhere Geschwindigkeiten völlig unangebracht sind. Völlig abwegig ist es für den VfM, dass es in Georgsmarienhütte noch Straßen ohne jede Geschwindigkeitsbegrenzung gibt wie z. B. auf der Insel.

Weiterhin ist zwischen allen Ortsteilen wie Oesede-Dröper,  Oesede – Kl. Oesede, Alt-GMH – Holzhausen, Osterheide – Alt-GMH, Dröper – Brannenheide Tempo 50 einzuführen. Diese Strecken sind zwischen und 500m und 2-3 km lang, sodass schnelleres Fahren nicht nur eine Gefahr für die übrigen Verkehrsteilnehmer darstellt, sondern kaum Zeitgewinne bringt. Hier ist eine Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Kreisverwaltung gefragt, damit endlich Geschwindigkeitsbegrenzungen realisiert werden. In Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Iburg sind gemeinsame Anstrengungen zu unternehmen, schleunigst zwischen Bad Iburg und Osnabrück auf der gesamten B 51 ausserorts Tempo 70 einzuführen.

Verkehr in der City GMHütte

Der VfM hat bei einer SPD-Veranstaltung am 25.11.2019 eine Bestandsaufnahme zur Verkehrssituation der „City“ von Georgsmarienhütte vorgestellt. Dabei wurden auch Konzepte der SPD zur Parkraumbewirtschaftung, zum ÖPNV und zur Verkehrssicherheit aus den 90er Jahren in Erinnerung gerufen. Der Bericht auf der SPD-Homepage hier.

Links gehen. Rechts sehen.

Nein, das ist kein politischer Slogan. Ältere Menschen haben gelernt: Bewege ich mich auf Straßen ohne Fußweg, nutze ich die linke Seite entgegen der Fahrtrichtung, damit ich entgegen kommende Fahrzeuge besser sehe und die von hinten kommenden nicht in meinem Bereich fahren. Es lohnt sich, an diese „Regel“ zu erinnern, da zahlreiche Nebenstraßen und Wirtschaftswege keine Fußwege aufweisen und zudem schnell befahren werden dürfen, da sie meistens außerhalb geschlossener Ortschaften liegen. Gilt für Fußgänger, Läufer, Kinderwagenschieber, Wanderer usw.

Skurril. Absurd.

Am Kreisel zwischen Holzhausen und Sutthausen sind in 2019 an jeder Querung Halteschilder für Fussgänger und Radfahrer aufgestellt worden. Der Blickpunkt berichtete am 14.11.19, dies sei aus „Sicherheitsgründen und Eigenschutz“ für Radfahrer und Fußgänger erfolgt, da die Fahrzeuge hier mit hohen Geschwindigkeiten ankommen würden. Wir meinen, dass es doch der Witz von Kreiseln ist, dass diese die Geschwindigkeiten reduzieren (sollen) und zudem nur langsam befahren werden können. Hier geht es wohl um etwas anderes, nämlich die Beschleunigung des PKW-Verkehrs, damit dieser nicht auf Fußgänger/Radfahrer warten und Rücksicht nehmen muß. Dafür können dann die langsamen Verkehrsteilnehmer bis zu 3x warten, ehe sie den Kreisel passiert haben. Verkehrswende rückwärts.

Kreisverkehr Vorfahrt gewähren

FridaysForFuture

____________________________________________________________________
Am 29. November auch in Osnabrück:
10:30 Uhr Klimastreik mit Ständen und Aktionen im Schloßgarten
13:30 Uhr Beginn der Demonstration ab Schloßgarten

Der Aufruf von FridaysForFuture:
Historische 1,4 Mio. Menschen waren am 20. September auf den Straßen und haben es gemeinsam geschafft, das Klima zum Top-Thema zu machen. Durch das unwirksame Klima-Päckchen der Bundesregierung ist jedoch klar: Nur wenn wir jetzt weitermachen, erreichen wir einen Neustart und damit echten und gerechten Klimaschutz!
Dass Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit unteilbar zusammen gehören, zeigen wir nur wenige Tage bevor sich die Regierungen dieser Welt in Madrid zur Weltklimakonferenz treffen. Die Klimaziele der meisten Länder reichen nach wie vor nicht aus, um das 1,5°-Grad-Ziel des Paris-Abkommens einzuhalten, zeigt eine neue Studie.
Selbst wenn alle Staaten ihre bisherigen Zusagen vollständig erfüllen würden, wird das den Treibhausgas-Ausstoß lediglich stagnieren lassen. Er muss aber bis 2030 halbiert werden.
Auch Deutschland hinkt den früher selbst gesteckten Zielen und den 2015 in Paris gemachten Zusagen weit hinterher. Das Klimaschutzpaket der Bundesregierung ändert daran nichts.

Ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis ruft bundesweit deswegen auf, mit #FridaysForFuture auf die Straße zu gehen. Auch in vielen anderen Ländern wird es am 29. November wieder große Klimaproteste geben. Mehr Informationen unter